Europäische Akademie des Sports nach 30 Jahren aufgelöst

Die Europäische Akademie des Sports (EADS) ist Geschichte. Nach genau 30 Jahren erfolgt die Auflösung des eingetragenen Vereins durch den Vorstand. Das beschloss die außerordentliche Mitgliederversammlung. 

Die Akademie dankt allen Akteuren, Institutionen und Organisationen für ihre langjährige Mitarbeit. Für Fragen steht Reinhardt te Uhle gerne bereit. Kontakt: Telefon 0176 803 867 01. Die Mail-Adresse: r.teuhle@t-online.de

 

Im Sportschloss Velen hatten sich 1992 zahlreiche Organisationen dazu bekannt, den europäischen Gedanken einer verstärkten Zusammenarbeit grenzüberschreitend voranzubringen. 30 Jahre später erhält die Stadt nach Abzug aller Kosten den Vereinsüberschuss. „Den werden wir an den Sport in Velen weitergeben“, kündigte Bürgermeisterin Dagmar Jeske als Vertreterin der Stadt während der Versammlung in Bocholt an.

Jahrelang wirkte die Akademie von Velen aus. „Der Zeitgeist ist ein anderer geworden“, machte Ludger Triphaus geltend, seit Jahren als Präsident erster Mann am EADS-Ruder, zuvor als Vize immer im Hintergrund Denker und Lenker und einer der Wegbereiter vor drei Jahrzehnten. Und wenn das so sei, müsse man dem Rechnung zollen.

Viele neue Kooperationen und Netzwerke hätten den Weg der EADS begleitet. Doch „leider konnte eine solide tragfähige Struktur zur Sicherung und Finanzierung nicht erreicht werden“, erklärte der Präsident: „Daher ist die Auflösung die notwendige Schlussfolgerung.“

Triphaus: „Der Blick auf eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist unseres Erachtens getrübt; der Wille nach Kooperationen nicht mehr so groß wie früher. Irgendwann ist es gut gewesen. Wir haben 30 Jahre gewirkt. Vielleicht haben andere die Möglichkeit, mit anderen Organisationsformen Neues zu entwickeln.“

Zahlreiche Großprojekte

Er erinnerte an zahlreiche Großprojekte, die erfolgreich und innovativ auf den Weg gebracht worden seien, zum Beispiel eine Sportmanagerinnen-Ausbildung, Fußballtrainer-Weiterbildungen, die Mitarbeit an der Lockerung des Lotteriegesetzes, grenzüberschreitendes Tourismusmanagement in Zusammenarbeit mit der Westfälischen Hochschule Bocholt, Ausbildung von Sportfreizeitlehrern mit den Berufskollegs Bocholt-West und ROC Twente, Sportförderung in den Niederlanden und Deutschland, Migrationsarbeit zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle. Und nicht zuletzt an die Anfänge de Großprojektes „Gesunde Kinder in gesunden Kommunen“ (gkgk), das von Velen aus erfolgreich in vielen Städten und Gemeinden in Westdeutschland und im niederländischen Gelderland seine Fortsetzung fand. Initialgeber war das Willibald Gebhardt Institut mit Prof. Dr. Roland Naul.

Über die Grenzen hinweg bekannt

„Große und bedeutende Menschen“ hätten zuvor die Akademie geführt und den europäischen Gedanken mit viel Ehrgeiz und Kraft vorangebracht, neben anderen der damalige Landessportbund-Präsident Richard Winkels oder später Dr. Johannes Eulering, Leitender Ministerialrat, und der damalige Kultusminister Hans Schwier.

Triphaus dankte Reinhardt te Uhle für sein jahrzehntelanges Engagement für die Akademie. Te Uhle führte die EADS als Akademieleiter über all die Jahre und habe sich „profunde Kenntnisse im schwierigen Fördersystem der Europäischen Union erarbeitet“, meinte Triphaus.

Die Vereinsauflösung werde auch mit Wehmut begleitet, bekräftigte Dagmar Jeske zum Abschluss: „Weit über die Grenzen hinweg kannte man die Europäische Akademie des Sports. Sie war ein Begriff für all die Dinge, die sie über drei Jahrzehnte entwickelt hat – in Deutschland, den Niederlanden und im europäischen Raum.“