Coronavirus: Stadtverwaltung informiert über Auswirkungen in Bocholt

Bocholt (PID). In einer Pressekonferenz haben Bürgermeister Peter Nebelo und Erster Stadtrat Thomas Waschki am Mittwoch, 18. März, über die Auswirkungen und Maßnahmen aufgrund des Coronavirus in Bocholt berichtet. Gleichzeitig appellierten sie an die Bocholter Bevölkerung: „Halten Sie sich an die Regeln und wahren Sie die soziale Distanz! Sie ist der beste Schutz für sich selbst, aber vor allem auch für Menschen, die besonders gefährdet sind und den Menschen, die in der kritischen Infrastruktur arbeiten.“

„Nur wenn jeder von uns die Zahl der sozialen Kontakte drastisch einschränkt, können wir die Ausbreitung des Virus verlangsamen. Hierbei sollten wir insbesondere an diejenigen denken, die besonders gefährdet sind“, so Bürgermeister Peter Nebelo. „Freizeit ist für die nächste Zeit vorbei“, ergänzte Erster Stadtrat Thomas Waschki und forderte die Bocholterinnen und Bocholter dazu auf, auch keine privaten Feiern zu Hause zu veranstalten.

Ab Freitag auch Friseure geschlossen
Um die Infektionszahlen in Bocholt gering zu halten, wurden von der Stadt – auf Erlass des Landes und in enger Absprache mit dem Kreis Borken – bereits verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, ebenso Spiel- und Bolzplätze aber auch andere Einrichtungen und private Geschäfte.  „Wir haben weitreichende Schließungen veranlasst“, erklärte Monika Tenbrock, Leiterin des Fachbereichs Öffentliche Ordnung. Gleichzeitig gab sie bekannt, dass ab Freitag alle Friseursalons, Eisdielen, Cafés und Restaurants geschlossen bleiben müssen. Abhol- und Lieferdienste können Restaurants, Imbisse und Eisdielen weiterhin anbieten.

Die Regelungen gelten aus rechtlichen Gründen erst ab Freitag, 20. März 2020. Dennoch rief Waschki alle Betreiber auf, die Geschäfte ab sofort zu schließen: „Wir müssen die Weisungen des Landes und Kreises rechtlich umsetzen. Gleichzeitig ist die aktuelle Situation sehr dynamisch. Wir müssen daher auch an die Eigenverantwortung der Betreiber appellieren, dass sie ihre Geschäfte bereits jetzt schließen.“ Zur Kontrolle der veranlassten Schließungen wird der Fachbereich Öffentliche Ordnung das Personal der Stadtwacht erhöhen.

Notbetreuung in Kindergärten und Schulen
Waschki berichtete weiter, dass die Notbetreuung in Kindergärten und Schulen nur sehr gering in Anspruch genommen wird. „Nur für 18 Kindergartenkinder und 14 Schulkinder wurde Betreuungsbedarf angemeldet“, so Waschki.

Maßnahmen der Feuerwehr und BEW
Damit die Feuerwehr Bocholt dauerhaft einsatzbereit ist, wurden unterschiedliche Maßnahmen erarbeitet. So wurden die Mitarbeiter von Rettungsdienst und Brandschutz räumlich getrennt. „Zudem haben wir ein Konzept, wonach die Freiwillige Feuerwehr eingebunden werden kann, um den Brandschutz aufrechtzuerhalten“, erklärte Thomas Deckers, Leiter der Feuerwehr Bocholt. „Wir haben außerdem den Vorteil, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für beide Einsätze ausgebildet sind. Zudem ist unser Lehrpersonal der Feuerwehr- und Rettungsakademie ausgebildet. Diese können im Ernstfall ebenfalls eingesetzt werden.“

Auch die Bocholter Energie und Wasserversorgung ist auf den Ernstfall vorbereitet.
„Unser oberstes Ziel ist die Aufrechterhaltung der Versorgung mit Wasser, Strom und Gas“, sagte BEW-Chef Jürgen Elmer. Auch hier wurde ein Notfallplan erstellt worden und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien in zwei strikt getrennte Gruppen eingeteilt worden. Zudem sei eine zweite Netzleitstelle aufgebaut worden.

Zum Schluss richtete Waschki nochmals das Wort an die Bocholterinnen und Bocholter: „Achten Sie auf sich und Ihr Umfeld und wahren Sie die soziale Distanz! Dann haben wir größte Chancen, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen!“