Leonardo da Vinci Innovation: Grenzüberschreitende Kreativität

Aus dem Bionik-Institut der Bocholter Hochschulabteilung der Westfälischen Hochschule wurden im Civon Innovatiecentrum in Ulft Projekte vorgestellt. Fotos: WH/Tobias Seidl

Ulft/Bocholt. Viele Firmen würden ihre Geschäftsaktivitäten gerne zukunftssicher aktualisieren, finden auf eingefahrenen Gleisen aber keine passenden, innovativen Ideen. Das Interreg-Projekt „Leonardo da Vinci Innovation“ hat diese Herausforderung aufgegriffen, um in der Grenzregion Westmünsterland / Achterhoek einen Impuls zu setzen. Die Westfälische Hochschule (WH) war mit ihrer Bocholter Abteilung mit zwei Aktivitäten vertreten: einem grenzüberschreitenden Arbeits- und Studienmarkt – Talententuin (Talentegarten) – und mit kreativen Produktinnovationen: Factorymatches. Im Mai stellten die Initiativen ihre Ergebnisse im Civon-Innovationszentrum in Ulft nahe der deutsch-niederländischen Grenze vor.

Wenn bisherige Produkte sich nicht mehr verkaufen, sind Unternehmen darauf angewiesen, neue Geschäftsideen zum Erfolg zu führen, wenn sie weiter bestehen und ihre Arbeitsplätze erhalten wollen. Da ist Kreativität gefragt.

Bioniker Prof. Dr. Tobias Seidl von der Hochschulabteilung Bocholt will Unternehmen mit kreativen Köpfen zusammenbringen, um solche neuen Geschäftsideen auszubrüten. Er hat sich daher an dem deutsch-niederländischen Interreg-Projekt „Leonardo da Vinci Innovation“ beteiligt, das drei Kopftypen zusammenbringen will:

  • Unternehmer,
  • Designer,
  • Lehrende und Studierende aus Bocholt.

Gegenseitig Lernen und kreativ werden: ein Ziel von Leonardo da Vinci Innovation, das sich die Westfälische Hochschule zueigen gemacht hat.

„Unsere Aufgabe als Bionik-Institut war es, kreative Ideen, gepaart mit wissenschaftlich-technischer Kompetenz, zusammenzubringen“, erklärt Seidl. „Beispielsweise haben wir im tiefsten Corona-Lockdown eine preisgünstige Aerosol-Absauganlage entwickelt und danach mit einem Simulationsexperten für Verbrennungsmotoren ihre Wirksamkeit überprüft. Außerdem ging es unter anderem um eine wassersparende Beregnungsanlage oder um ein neuartiges Sportdiagnosegerät.“

Ebenfalls am Civon-Innovationszentrum trafen sich grenzüberschreitend Hochschultalente aus der Westfälischen Hochschule, der Radboud-Universität in Nimwegen und der Saxion-Hochschule in Enschede mit Nachwuchs suchenden Unternehmen. Das Talent-Match-Event ist eine Gemeinschaftsinitiative der Westfälischen Hochschule sowie der Wirtschaftsförderungen von Bocholt, Aalten und Oude Ijsselstreek. Es wird von der IHK Nord-Westfalen unterstützt.

Talententuin: Unternehmen in Ulft auf Talentsuche

Talentmesse in der Fachhochschule Bocholt vor Corona: viele Unternehmen, viele Studenten. Foto: WH

Talententuin heißt eine Messe für junge Leute, die im Grenzraum einen neuen Arbeitgeber suchen oder sich beruflich umsehen wollen. Sie findet am Freitag (13. Mai) von 11 bis 17 Uhr im DRU-Industriepark im niederländischen Grenzort Ulft statt.

Laut Veranstalter haben sich mehr als 70 Unternehmen aus dem Grenzraum angemeldet. Es werden mehr als 1000 Studenten und Schüler erwartet. Zu den Organisatoren gehören auch die Westfälische Hochschule Bocholt mit seinen niederländischen Partnern sowie das Internationale Netzwerkbüro.

Das Hauptziel der „Messe für Talente“ sei es, Studenten aller Jahrgänge mit Arbeitgebern in Verbindung zu bringen. Viele junge Menschen hätten bereits einen Job oder ein Praktikum gefunden. Vor der Coronazeit fanden diese Messen auch in der Bocholter Fachhochschule große Resonanz.

Weitere Infos: Matchmaker Internationales Netzwerkbüro, Simon Boeing-Messing, Telefon 0171 1240384, info@matchmaker-service.eu

Dit project wordt in het kader van het INTERREG-programma financieel ondersteund door de Europese Unie en de INTERREG-partners.

Ausstellung Factory Matches in Ulft/NL mit Unternehmern und Designern

Was passiert bei innovativen Entwicklungen, wenn ein Designer von Anfang an in den Prozess einbezogen wird? Bei dem Projekt Factory Matches wurden Unternehmer und Designer zusammengebracht, um eine Antwort auf diese Frage zu finden. Sie präsentieren die Ergebnisse einer dreijährigen Arbeitsphase in einer Ausstellung im CIVON Innovationszentrum in Ulft/NL am Hutteweg 24, unweit der deutsch-niederländischen Grenze.

Die Ausstellung Factory Matches wird mit Entwürfen von Architektur- und Denkmalschutzstudenten der Technischen Universität Delft kombiniert. Im Auftrag des DRU Industrieparks haben sie innovative Entwürfe für die SSP-Halle in Form von Modellen und Plakaten entwickelt. Ihr Forschungsprojekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Kreativität von Unternehmern genutzt werden kann, um unkonventionelle Lösungen für Produktentwicklung und Innovation zu finden.

Im Wintergarten des CIVON-Innovationszentrums werden drei besondere Aussteller zu sehen sein:

• Wired Collectiv von Rick Tegelaar: Objekte in Zusammenarbeit mit Wire Weaving Dinxperlo, https://wiredcollectiv.com

• Produktdesign von Studio Joris De Groot: Die Fabrik ist mein Spielplatz, https://www.jorisdegroot.com

• 3-Dung Design: 3-D-Druck mit Kuhmist, https://gettingourshittogether.com/work

Factory Matches ist eine Kooperation zwischen der Westfälischen Hochschule in Bocholt (Fachbereich Bionik) und Warmgroen, die durch die fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Unternehmern, kreativen Erfindern und Studenten zum Umdenken anregt. Die Ausstellung wird im Rahmen des Interreg-Projekts „Leonardo da Vinci Innovation“ durch das Interreg-Programm finanziell gefördert.

Die Ausstellung ist vom 13. bis 29. Mai in der Giethal im DRU Industriepark zu sehen und wird am 13. Mai um 16 Uhr eröffnet. Die Ausstellung wird auch am Wochenende des 21. und 22. Mai von 13 bis 17 Uhr während der Huntenkunst 2022 geöffnet sein.

Neues Interreg VI-Programm steht in den Startlöchern

Überreichung der Broschüre Jarno Meenink (links) und Carmen van der Sluis mit  Regierungsvizepräsident Dr. Ansgar Scheipers von der Bezirksregierung Münster. Foto: Euregio

Das neue Interreg VI-Programm Deutschland-Nederland wurde Ende Februar offiziell bei der Europäischen Kommission eingereicht. Dies bedeutet den Beginn einer neuen Förderperiode, in der grenzüberschreitende Projekte auf den Weg gebracht werden können.

Die ersten deutsch-niederländischen Maßnahmen können voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2022 genehmigt werden. Das Interreg-Programm Deutschland-Nederland ruft daher Interessenten auf, neue Ideen bei den zuständigen regionalen Programmmanagements vorzulegen. Eine digitale Interreg VI-Auftaktveranstaltung fand am 20. April statt.

Zur Vorbereitung auf das neue Programm hat das regionale Programmmanagement in Gronau eine „Interreg-Broschüre“ mit Rückblick auf die vergangene Förderperiode und Vorschau auf das kommende Interreg VI-Programm herausgebracht. Es werden mehrere Projekte vorgestellt, die mit Fokusthemen verknüpft sind, die in den nächsten Jahre eine zentrale Rolle spielen werden. Gleichzeitig bieten diese Fokusthemen den Projektpartnern einen Leitfaden zur Projektentwicklung auf Grundlage von konkreten praktischen Anhaltspunkten.

Es handelt sich dabei um folgende Fokusthemen: Agro & Food, Health & Care, High Tech Systems und Materials, Energie & Klima sowie Integration, Bildung und Arbeitsmarkt.

Beeindruckendes geleistet

Das erste Exemplar der Interreg-Broschüre wurde dem Regierungsvizepräsidenten der Bezirksregierung Münster und Vorsitzenden des Lenkungsausschusses Euregio, Dr. Ansgar Scheipers, überreicht. „Die Broschüre bringt sehr schön die Grundideen von Interreg zum Ausdruck – frisch, innovativ und völkerverbindend. Die kleine Auswahl der dort illustrierten Projekte zeigt nicht nur, dass hier in der Vergangenheit Beeindruckendes geleistet worden ist, sondern dass wir auch mit viel Schwung in eine neue Förderphase mit vielen spannenden Themenfeldern gehen“, zeigte sich Scheipers begeistert.

Link zur Borschüre:

https://www.deutschland-nederland.eu/wp-content/uploads/2022/04/Magazine_Interreg_2022.pdf

www.deutschland-nederland.eu

Huub Stevens spricht am 14. März im Vennehof Borken

Huub Stevens, am 14. März zu Gast im Venenhof Borken. Foto: Karsten Rabas

Die Fans kürten Huub Stevens beim FC Schalke 04 zum Jahrhunderttrainer. Am Montag, 14. März 2022, ist er ab 19.30 Uhr zu Gast bei einem Podiumsgespräch unter dem Motto „Nimm’s sportlich: niemals aufgeben! Krisen als sportliche und persönliche Herausforderung“, um sowohl über seine Höhen und Tiefen des Lebens zu berichten.

Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm „Krisensicher“ der gleichnamigen Sonderausstellung vom kult Westmünsterland in Vreden und findet in Kooperation mit der EUREGIO, der Europäischen Akademie des Sports und des FARB Forum altes Rathaus Borken statt.

Von links: Dr. Britta Kusch-Arnold (Leitung FARB Stadt Borken), Reinhardt te Uhle (Europäische Akademie des Sports), Christoph Almering (Euregio) und Ute Isferding (kult Westmünsterland) präsentieren die Veranstaltung „Nimm’s sportlich, niemals aufgeben!“

„Niemals aufgeben!“

„Niemals aufgeben!“ – so lautet nicht nur Huub Stevens‘ Autobiografie, sondern auch sein Lebensmotto für die Bewältigung der sportlichen aber auch ganz persönlichen Krisen, die jeden von uns immer wieder aufs Neue herausfordern. Als er gerade 16 Jahre alt war, verunglückte plötzlich sein Vater. Auch über die schwere Erkrankung seiner Ehefrau sowie über die Demenzerkrankung und den Tod seines engen Freundes und langjährigen Wegbegleiters Rudi Assauer spricht Huub Stevens. Beruflich feierte er seine größten Trainererfolge beim FC Schalke 04, gewann hier zweimal den DFB-Pokal und im Jahr 1997 den UEFA-Cup. Er hat aber auch viele andere Stationen in der deutschen Bundesliga sowie im niederländischen Fußball durchlaufen und auch hier so manche Krise gemeistert. Aktuell befindet sich der deutsche Fußball aufgrund der Corona-Pandemie in einer noch nie dagewesenen Krise, meinen Experten.

„Wir freuen uns, dass wir einen so bekannten Akteur aus dem Profisport gewinnen konnten, um über das Thema Krise zu sprechen, denn gerade durch die langjährige Bundesligaerfahrung hat er Einblicke hinter den Kulissen und in unterschiedlichsten Krisen und weiß um die Herausforderung und den Druck, ganz oben mitzuspielen“, erklärt Ute Isferding vom kult Westmünsterland.

Beispiel für Zusammenhalt zwischen Deutschland und den Niederlanden

Huub Stevens war auch immer ein sportliches Beispiel für grenzübergreifenden Zusammenhalt zwischen Deutschland und den Niederlanden. Aufgrund der Coronapandemie wurde das sehr gute deutsch-niederländische Verhältnis durch die unterschiedlichen rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen vor große Herausforderungen gestellt. „Hier in der Grenzregion ist es von besonderem Interesse und großer Bedeutung, den grenzübergreifenden Dialog und das partnerschaftliche Zusammenwirken beider Länder in den Blick zu nehmen und zu leben“, erläutert Christoph Almering, Geschäftsführer der Euregio. Im Gespräch mit Huub Stevens werden auch diese Aspekte thematisiert.

Für die Teilnahme an der Veranstaltung gilt die 2G-plus-Regelung, das heißt es muss ein vollständiger Impfschutz und ein aktueller negativer Coronatest nachgewiesen werden. Durch deutliche Abstandsregelungen für die vorgesehenen Sitzplätze gibt es nur ein begrenztes Kartenkontingent.

Tickets gibt es zum Preis von 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, im kult Westmünsterland, Kirchstraße 14 in Vreden, Telefon 02861/681-1415, oder in der Tourist-Info im FARB, Markt 15 in Borken, Telefon 02861/939-252.

Huub Stevens kommt am 14. März in den Vennehof Borken

Von links: Dr. Britta Kusch-Arnold (Leitung FARB Stadt Borken), Reinhardt te Uhle (Europäische Akademie des Sports), Christoph Almering (Euregio) und Ute Isferding (kult Westmünsterland) präsentieren die Veranstaltung „Nimm’s sportlich, niemals aufgeben!“ Foto: Kreis Borken

Die Veranstaltung „Nimm’s sportlich, niemals aufgeben! Huub Stevens im Gespräch über Krisen als sportliche und persönliche Herausforderung“ mit der Trainerlegende Huub Stevens rückt näher: Die Veranstaltung wird am Montag, 14. März 2022, ab 19.30 Uhr im Borkener Vennehof nachgeholt. Sie war zuvor wegen der Coronapandemie beim Termin im alten Jahr abgesagt worden.

 

Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm „Krisensicher“ vom kult Westmünsterland in Vreden und findet statt in Kooperation mit der EUREGIO, der Europäischen Akademie des Sports und des FARB (Forum altes Rathaus Borken). Es gelten die dann aktuellen Corona-Schutzvorgaben.

Positive Resonanz auf Ergebnisse der Machbarkeitsstudie Euregiade

Zum Jahresende 2021 wurde unter Leitung der Europäischen Akademie des Sports die im Rahmen des Förderprogramms Interreg V-A Deutschland-Nederland von der EU und der Provinz Gelderland geförderte Machbarkeitsstudie einer grenzüberschreitenden Euregiade fertiggestellt. Die Projektpartner – neben der Europäische Akademie des Sports, das Willibald Gebhardt Institut in Münster, die Gelderse Sport Federatie, die Provinz Overijssel sowie die HAN University of Applied Sciences – erarbeiteten neben einem ausführlichen Abschlussbericht auch eine Kurzversion ihrer Studien-Ergebnisse.

Die zentralen Resultate einer Befragung unter den 104 Mitglieds-Kommunen der Euregio in der deutsch-niederländischen Grenzregion wurden am Montag, 7. Februar, bereits im Euregio-Ausschuss „Mozer – Gesellschaftliche Entwicklung“ vorgestellt und stießen dort auf sehr positive Resonanz.

Die Idee einer Euregiade ist, angesichts der Begleiterscheinungen für den Sport-Sektor in Vereinen, Schulen und Kommunen durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie neue Impulse für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit (in der Tradition der Euregio Sportfeste der 1970er und 1980er Jahre) zu setzen. Die Machbarkeitsstudie diente als erster Schritt dazu, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Durchführung zu erarbeiten und zu analysieren sowie zeitgleich bereits Sensibilisierung und Resonanz bei den Kommunen zu erzeugen.

Mit Hilfe einer Online-Befragung unter den Mitglieds-Kommunen der Euregio konnten die Projektpartner zentrale Ergebnisse festhalten. In den Kommunen wird die Idee einer Euregiade unter folgenden Voraussetzungen als besonders positiv eingeschätzt:

  • Zielgruppenorientierung,
  • Fokussierung auf traditionelle Sportarten,
  • Einbindung von lokalen Vereinen,
  • Monate Mai und Juni zur Durchführung.

Insgesamt stehen rund zwei Drittel der teilnehmenden Kommunen der Idee einer Euregiade positiv und aufgeschlossen gegenüber. Besonders positiv wird eine Euregiade zur Förderung des Kinder- und Jugendsports als ein neuer, aktueller grenzüberschreitender Impuls nach der Corona-Pandemie gesehen. Aber auch darüber hinaus werden die Möglichkeiten für neue Impulse für Sport, Bewegung und Kultur in der Region durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wahrgenommen.

Zwar sind sich aktuell 50 Prozent der Kommunen noch unsicher, wie die Euregiade ganz konkret unterstützt werden kann; so kann ein Drittel der Kommunen keine finanziellen Ressourcen und keine belastbare personelle Infrastruktur bereitstellen. Aber: Die Bereitschaft der Kommunen als Schnittstelle, um Sport- und Kulturvereine in die Planungen einzubinden, ist äußerst ausgeprägt.

Nächste Schritte sollen nun neben der Kommunikation der Studien-Ergebnisse an alle Euregio-Kommunen auch die Durchführung von Informationsveranstaltungen und Gesprächen mit den Wethoudern und Kreis-/Stadtsportbünden sein. Dies soll dann, je konkreter es Richtung Umsetzung des Events geht, in eine enge Begleitung der lokalen Netzwerke durch eine zentrale Koordinierungsgruppe überleiten. Dafür sollen auch weitere Fördermittel aus Interreg und EU-Töpfen erfasst werden.

Kurzversion Machbarkeitsstudie EUREGIADE

Langfassung in Deutsch und Niederländisch:

Abschlussdokumentation Machbarkeitsstudie EUREGIADE_D-NL

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Sport: Machbarkeitsstudie für Euregiade

Wie kann die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Sport wieder gestärkt werden? Und welche Möglichkeit bietet hierbei das Konzept einer Euregiade? Diese und andere Fragen werden im Rahmen einer Machbarkeitsstudie „Euregiade“ von den Initiatoren des grenzüberschreitenden Projekts – die Europäische Akademie des Sports, Hogeschool Arnheim/Nijmegen, Willibald Gebhardt Institut Münster, die Gelderse Sport Federatie und Provinz Overijssel – bearbeitet. Unterstützt wird das Projekt „Machbarkeitsstudie Euregiade“ im Rahmen des Interreg-V-A-Programms Deutschland-Nederland und von der Europäischen Union und Provinz Gelderland mitfinanziert.

Der Sport ist in den vergangenen Jahren immer ein wichtiger Kit der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen den Kommunen und Sportorganisationen gewesen. Dieser Austausch ist aktuell durch die Coronapandemie stark beeinträchtigt, da in der Grenzregion, Kita, Schulen, Sportvereine teilweise über Monate geschlossen waren und grenzüberschreitende Begegnungen der Sport-, und Kulturvereine durch Coronaregelungen nicht zustande kamen. Um dieser Entwicklung entgegenzutreten, soll im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eine Euregiade als eine neue Form der grenzüberschreitenden Begegnung von Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen nun Senioren im Rahmen einer Festwoche mit täglichen Sport- und Kulturangeboten in ausgewählten Kommunen der Euregio analysiert werden.

Gleichzeitig soll im zweiten Schritt ein neuer Impuls für die Begegnung von Menschen aller Altersgruppen in der Euregio gegeben werden, einschließlich aller Sport- und Kulturvereine in den Mitgliedskommunen der Euregio. Die Euregiade will Jung und Alt, sportlich ambitionierte und weniger sportlich ambitionierte Menschen aktiv ansprechen. Dabei geht es um ein grenzüberschreitendes Kulturfestival mit täglichen Programmangeboten über eine Aktionswoche verteilt. Kinder- und Jugendsport bilden dabei Programmtage wie Breiten- und Freizeitsport für Erwachsene und Senioren.

Aktuell werden alle 130 Kommunen in der Euregio über einen Fragebogen zur Mitarbeit und Einschätzung einer Euregiade angefragt. Die Ergebnisse werden in Kürze erwartet und sollen Aufschluss darüber geben, ob eine Großveranstaltung wie die Euregiade gewünscht und realisierbar ist und wie die Kommunen sich einbringen können. Gleichzeitig wird mit ausgewählten Vertretern von Kommunen, Vereinen, Wirtschafts- und Kultureinrichtungen in Kontakt getreten, um erste Einschätzungen und Kooperationen für eine Euregiade zu sammeln und auszuwerten.

Durchgeführt wird die Studie durch die Europäische Akademie des Sports in Zusammenarbeit mit der Hogeschool Arnhem Nijmegen, dem Willibald Gebhardt Institut Münster, der Geldersen Sport Federatie und den Provinzen Overijssel und Gelderland.

Das Projekt „Machbarkeitsstudie Euregiade“ wird im Rahmen des Interreg-V-A-Programms Deutschland-Nederland ermöglicht und von der Europäischen Union und Provinz Gelderland mitfinanziert.

LSB ehrt Günther Hedderich mit der Goldenen Ehrennadel

Goldene Ehrennadel, die höchste Auszeichnung des Landessportbundes: Präsident Stefan Klett (rechts) ehrt Günther Hedderich im Kreise seiner Familie. Foto: Andrea Bowinkelmann

Der Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, Stefan Klett, ehrte den Präsidenten der Familiensportgemeinschaft (FSG) Nordrhein-Westfalen, Günther Hedderich, mit der höchsten Auszeichnung des Landesportbundes NRW, der Goldenen Ehrennadel. Die Auszeichnung erfolgte auf dem historischen Petersberg, im ehemaligen Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland, dem heutigen Steigenberger Grandhotel, teilt der LSB mit. Im historischen Adenauerzimmer durfte Günther Hedderich die Ehrung entgegennehmen.

Stefan Klett wünschte Günther Hedderich für die Zukunft alles Gute in seinem Unruhestand. Günther Hedderich sit seit vielen Jahren auch verdientes Mitglied im erweiterten Vorstand der Europäischen Akademie des Sports (eads).

Die Laudatio des Präsidenten des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen auf Günther Hedderich anlässlich der Verleihung der Goldenen Ehrennadel des Landessportbundes:

 

Lieber Günther Hedderich,

nach drei Jahrzehnten gibst Du das Präsidentenamt der Familien-Sport-Gemeinschaft ab. 30 Jahre, das ist mehr als die Hälfte der Zeit, seit dieser Verband existiert. Zu Beginn deines Wirkens an der Spitze der Familien-Sport-Gemeinschaft war noch Willy Weyer Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen. Man kann mit Fug und Recht sagen, dass Du selber ein Stück Sporthistorie, ein Urgestein im NRW-Sport geworden bist.

Zu Recht. Du hast stets mit Herzblut und vollem Einsatz für Deinen Verband gelebt. Gradlinig und engagiert. Dabei lag dir der Zusammenhalt der gesamten Sportfamilie am Herzen. Den Landessportbund hast Du stets als das Zuhause bezeichnet. Gerade jetzt, in einer Phase, in der wir als Dachorganisation auf dem Weg sind, die Kommunikation mit den Fachverbänden und den Bünden auf neue Füße zu stellen, ist das ein starkes Signal für das Verbundsystem des Sports in NRW.

Führungsverantwortung

Bereits von 1981 bis 1989 warst Du als Vizepräsident des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur ehrenamtlich engagiert. Ab 1992 warst Du 25 Jahre lang erster Vorsitzender des Schwimmvereins FSG Leverkusen und hast so Führungsverantwortung übernommen. In der Führung der Familien-Sport-Gemeinschaft war es dir wichtig, den Verband hin zu einer Breitensportbewegung zu öffnen, mit Sportarten von Aerobic bis Wandern. Dabei stand das generationen- und länderübergreifende Miteinander stets im Zentrum. Das „Wir-Gefühl“ ist einfach Teil der DNA eines Verbandes, der die Begriffe Familie, Sport und Gemeinschaft im Titel führt.

Ausdruck fand diese Haltung in dem von 2006 bis zur Coronakrise jährlich stattfindenden weltgrößten naturistischen internationalen Familien- und Sporttreffen „Mee(h)r erleben“ an der Ostsee am Rosenfelder Strand. Hunderte Teilnehmende aus zwölf Nationen haben an diesem Event teilgenommen, dessen Gründer und Organisator Du warst. Eine stolze Leistung.

Wirken ist anerkannt

Dein Wirken im Verband und darüber hinaus ist allseits anerkannt und ausgezeichnet worden. Ich nenne hier nur

– die Ehrenplakette der Europäischen Akademie des Sportes e. V.

– die Ehrennadel in Gold des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur e. V.

– die Ehrennadel in Gold mit Brillanten des Deutschen Verbandes für Freikörperkultur e. V.

– die Goldene Ehrennadel der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen e. V.

Auch der Landessportbund hat Dein Engagement mit der Silbernen Ehrennadel gewürdigt. Ich freue mich sehr, dieser Ehrung nun eine weitere große Anerkennung unseres Hauses hinzufügen zu dürfen und verleihe Dir hiermit die Goldene Ehrennadel des Landessportbundes NRW in Anerkennung Deiner besonderen Verdienste im Sport.

Seit vielen Jahren mit der Europäischen Akademie des Sports in Bocholt verbunden: Günther Hedderich. Foto: Andrea Bowinkelmann

 

Integration durch Sport: Neue Initiative mit Unterstützung von Aktion Mensch

Gemeinsames Training – Spaß und Austausch – Integration fördern: Das sind die Grundprinzipien der Integrationsinitiative der Europäischen Akademie des Sports (eads), Bocholt, in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartner EWIBO und dem 1. FC Bocholt zur Einbindung junger Menschen ins hiesige Alltagsleben. Die Aktion Mensch unterstützt auf eads-Initiative dieses Projekt. Neue Trikots wurden nun von den Geflüchteten trotz langer coronabedingter Spiel- und Trainingspause mit leuchtenden Augen entgegengenommen.

Neue Trikots für die Mannschaft der Fußballakademie Bocholt: eads-Akademieleiter Reinhardt te Uhle (links) und Trainer Emad Armanious (rechts) mit Spielern. Foto: Andresen

Neue Trikots – „alle freuen sich, bald wieder spielen zu dürfen“

„Alle freuen sich, dass es hoffentlich bald wieder richtig los geht und wir trainieren und spielen dürfen“, sagt Trainer Emad Armanious (31), der die Jungs von Anfang an betreut und für die eads arbeitet. Vor der Coronazeit trainierten meist zwischen 15 und 25 Jugendliche am Hünting, zuletzt trafen sich Kleingruppen mit zwei bis drei Personen am Aasee, um dort workouts zu betreiben, zu joggen und sich einfach zu bewegen.

Zugleich kümmert sich der Trainer mit Geburtsland Ägypten um die Jungs aus Bocholt und Rhede auch um ihren Alltag – mit Erfolg. Jüngst konnte einer eine Ausbildung bei einem Augenoptiker antreten, ein anderer bei einer Versicherungsagentur in Isselburg.

Alltagssprachliche Kompetenzen kennenlernen

Diese Wünsche und Ziele verfolgt die Europäische Sportakademie mit dieser Initiative. eads-Leiter Reinhardt te Uhle: „Wir wollen jungen Flüchtlingen die Möglichkeit geben, durch ein wöchentliches Sportangebot und alltagssprachliche Kompetenzen besser in die Gesellschaft integriert zu werden.“

Ziel ist es laut eads auch, das deutsche Vereinsleben kennenzulernen sowie die jungen Menschen an Vereine in der Region heranzuführen, um so die Integration in die Sportvereine und damit in die Gesellschaft zu erleichtern. Te Uhle: „Wir freuen uns sehr, dass die eads mit dieser großartigen Förderung durch die Aktion Mensch einen Beitrag zur Integration und zur sozialen Bindung von Flüchtlingen durch Sport beisteuern kann.“

Und es wurde noch mehr geschafft: Über die Bocholter Maßnahme bildete sich bei der SG Borken eine kurdische Mannschaft, die nun, wenn es die Pandemie wieder zulässt, Freundschaftsspiele austrägt und auch an Integrationsturnieren teilnehmen wird.

Trikots für die Mannschaft der Fußballakademie Bocholt in der Kabine des eads-Kooperationspartners 1. FC Bocholt (von links): eads-Akademieleiter Reinhardt te Uhle, Ghagharien Shikho, Djwar Omar, Mahmoud, Tarik Haliel und Trainer Emad Armanious. Foto: Andresen